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Es tut sich was in Großbritannien PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, den 24. Februar 2010 um 21:51 Uhr

In Großbritannien erstellte ein Ausschuss des Unterhauses auf 275 Seiten eine Empfehlung für das Parlament bzw. die Regierung bezüglich des Einsatzes von homöopathischen Mitteln im nationalen Gesundheitssystem (NHS).

Der Ausschuss kam zu einem wenig überraschenden (aber in seiner Deutlichkeit eher ungewöhnlichen) Ergebnis:

"The Committee concurred with the Government that the evidence base shows that homeopathy is not efficacious (that is, it does not work beyond the placebo effect) and that explanations for why homeopathy would work are scientifically implausible." [siehe hier]


Kurz gesagt: Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus und die Erklärungen, warum Homöopathie wirken sollte, sind wissenschaftlich nicht nachvollziehnbar. Als Fazit empfiehlt der Ausschuss die bisherige Praxis des Einsatzes von Homöopathika im Gesundheitssystem zu stoppen und eine Lizensierung über die Zulassungsbehörde als Medikamente künftig zu verweigern:

"It also concludes that the Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) should not allow homeopathic product labels to make medical claims without evidence of efficacy. As they are not medicines, homeopathic products should no longer be licensed by the MHRA."

Schließlich sind homöopathische Mittel keine Medizin...

Außerdem kritisiert der Ausschuss die Homöopathie-Industrie wegen ihrer Falschaussagen auf den Etiketten, bzw. der Unterschlagung, dass die Mittel keine Wirkstoffe enthalten:

"The product labelling for homeopathic products under all current licensing schemes fails to inform the public that homeopathic products are sugar pills containing no active ingredients."

Recht so. Es leuchtet mir bis heute nicht ein, warum Zuckerpillen für über 700,- Euro pro Kilogramm über den Ladentisch gehen (10g Globuli kosten ca. 7,40 Euro - macht 740,- Euro für ein Kilo). Schließlich enthalten Homöopathika rein rechnerisch ab einer Verdünnung (Potenzierung sagen die Homöopathen dazu) von D23 kein einziges Wirkstoffatom bzw. -molekül mehr. Ich finde, dass es (auch) bei uns in Deutschland verpflichtend sein sollte, auf Homöopathika Hinweise zu schreiben wie "Achtung: Dieses Präparat enthält nichts als Zucker" oder "Achtung: Dieses Präparat enthält keinerlei Wirkstoffe, kann aber Karies verursachen".

D23 ist übrigens eine Zahl mit 23 Nullen. Sprich: der eigentliche Wirkstoff in einem Präparat D23 ist in einem Verhältnis von 1:100.000.000.000.000.000.000.000 enthalten. Ich weiß noch nichtmal, wie die Zahl heißt, so hoch ist die...laut Wikipedia entspricht diese Verdünnung übrigens einem Tropfen Wasser verdünnt im gesamten Mittelmeer.

Lange Rede, kurzer Sinn: In Großbritannien sollte das Unterhaus nicht an einem Homöopathika-Stopp im Gesundheitssystem vorbeikommen. An dem vernichtenden Ergebnis kommt jedenfalls kein Abgeordneter vorbei. Ein guter Tag für rational denkende Menschen.

Die gesamte Analyse kann übrigens hier nachgelesen werden.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 24. Februar 2010 um 22:24 Uhr
 

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