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| Man spricht Deutsh |
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| Geschrieben von: Administrator |
| Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 14:01 Uhr |
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Nun haben wir also die Regierung bekommen, die wir verdient haben. Schließlich hat eine Mehrheit der Wähler (nicht der Bevölkerung – das ist leider ein nicht zu unterschätzender Unterschied geworden) CDU, CSU oder FDP gewählt. Gut und schön – das haben wir alle zu akzeptieren. So sind die Spielregeln der Demokratie und ein besseres Regierungssystem ist mir nicht bekannt.
Also müssen wir jetzt mindestens vier Jahre mit schwarz-gelb leben. Aber jetzt mal im Ernst: Ein Außenminister, der sich auf einer Pressekonferenz weigert, eine englische Frage zu beantworten, geht überhaupt nicht. Ich unterstelle mal, dass Guido Westerwelle der englischen Sprache mächtig ist. Er hätte sie ja auf deutsch beantworten können und niemand hätte sich aufgeregt. Aber der pampige Hinweis darauf, dass wir in Deutschland seien und dass man hier deutsch zu reden hat ist schon unglaublich. Und dann auch noch für einen Außenminister, der sich später mal außerhalb von Deutschland blicken lassen will. Ok, er war in dem Moment noch nicht Außenminister. Aber er wusste bereits, dass er es werden würde. Da fange ich schon wieder mit dem Fremdschämen an. Hoffentlich muss ich mich nicht demnächst auch noch wieder dafür schämen, Deutscher zu sein. Dass die FDP die Partei der sozialen Kälte ist, war ja vorher hinlänglich bekannt. Aber dass sie nun auch ignorante Außenminister stellt ist schon eine Überraschung. Waren doch die FDP-Außenminister bislang keiner Ausrutschminister (ich denke da vor allem an das politische Schwergewicht Genscher, der den Begriff „Schlitzohrigkeit“ weltweit bekannt machte), sondern international an- und gern gesehene Gäste. Es gab mal Zeiten, in denen sich mit dem Begriff „liberal“ auch Weltoffenheit assoziieren ließ.
Richtig schlimm wird Westerwelles „Ausrutscher“, wenn man bedenkt, dass er als Außenminister von Amts wegen quer durch die Welt reist und dort (hoffe ich wenigstens) mit vielen Menschen spricht. Was sollen die ihm nun als erstes sagen? Angenommen er besucht China. Dort könnte der chinesische Ministerpräsident ihn mit Fug und Recht darauf hinweisen, dass er in China gefälligst chinesisch zu sprechen hat und er schließlich nicht in Deutschland sei...war nur ein Beispiel. Vielleicht kann Herr Westerwelle ja fließend chinesisch sprechen. Aber wie steht´s denn mit arabisch, japanisch, spanisch, und und und? Alle Sprachen kann wohl keiner so richtig sicher beherrschen.
Mal ganz abgesehen davon braucht er sich im englischsprachigen Raum, und im Vereinigten Königreich im Besonderen, wohl eh nicht mehr blicken zu lassen. Von einer irgendwie gearteten Entschuldigung Westerwelles ist mir bislang nichts bekannt.
Also, Herr Außenminister. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihrem nächsten Besuch in London. Und ich hoffe inbrünstig, dass ich mich in Zukunft nicht mehr so viel für Sie fremdschämen muss.
Update: Er scheint doch zu denken, dass er englisch kann...
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Februar 2010 um 21:13 Uhr |



